Welche Gebiete auf der Erde gehören zum Regenwald?

 

Welche Gebiete auf der Erde gehören zum Regenwald?

Einleitung & Hintergrund

Wenn vom Regenwald die Rede ist, denken viele sofort an den Amazonas. Dichtes Grün, feuchte Hitze, exotische Tiere. Dieses Bild ist nicht falsch, aber unvollständig. Denn Regenwälder gibt es in mehreren Weltregionen und sie unterscheiden sich teils deutlich in Klima, Artenvielfalt und Nutzung durch den Menschen.

Die Frage „Welche Gebiete auf der Erde gehören zum Regenwald?“ ist nicht nur geografisch interessant. Sie berührt Themen wie Klimaschutz, Biodiversität, Landwirtschaft, Rohstoffabbau und globale Wirtschaft. Für Leser mit echtem Interesse lohnt sich ein genauer Blick, jenseits von Schulbuchkarten und Schlagzeilen.

Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Regenwaldgebiete der Erde ein, erklärt ihre Lage, Besonderheiten und aktuellen Herausforderungen und liefert belastbare Zahlen statt bloßer Romantik.


Was genau ist ein Regenwald?

Bevor wir Regionen aufzählen, ein kurzer fachlicher Rahmen.

Definition in Kurzform

Ein Regenwald ist ein Waldökosystem mit:

  • ganzjährig hohen Niederschlägen (meist über 2.000 mm/Jahr)

  • hoher Luftfeuchtigkeit

  • dichter, mehrschichtiger Vegetation

  • extrem hoher Artenvielfalt

Man unterscheidet hauptsächlich:

  • Tropische Regenwälder

  • Subtropische Regenwälder

  • Gemäßigte Regenwälder (weniger bekannt, aber relevant)

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit „Regenwald“ fast immer der tropische Regenwald gemeint. Auf diesen liegt auch hier der Fokus.


Die wichtigsten Regenwaldgebiete der Erde im Überblick

1. Der Amazonas-Regenwald (Südamerika)

Der Amazonas ist das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde und prägt das globale Klima messbar.

Länder mit Amazonas-Regenwald:

  • Brasilien (größter Anteil)

  • Peru

  • Kolumbien

  • Bolivien

  • Venezuela

  • Ecuador

  • Guyana

  • Suriname

  • Französisch-Guayana

Zahlen & Fakten:

  • Fläche: ca. 5,5 Millionen km²

  • Anteil an allen tropischen Regenwäldern weltweit: rund 40 %

  • Schätzung: etwa 10 % aller bekannten Tier- und Pflanzenarten

In der Praxis bedeutet das: Was im Amazonas passiert, wirkt sich auf Niederschlagsmuster in Südamerika, CO₂-Bilanzen und globale Lieferketten aus, etwa bei Soja, Rindfleisch oder Tropenholz.

Zwischenfazit: Der Amazonas ist kein isolierter Urwald, sondern eng mit Weltwirtschaft und Klimapolitik verflochten.


2. Kongobecken (Zentralafrika)

Das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde liegt in Afrika und ist deutlich weniger im öffentlichen Fokus, obwohl es ökologisch kaum weniger bedeutend ist.

Länder im Kongobecken:

  • Demokratische Republik Kongo

  • Republik Kongo

  • Gabun

  • Kamerun

  • Zentralafrikanische Republik

  • Äquatorialguinea

Besonderheiten:

  • große Torfmoor-Regenwälder mit hoher Kohlenstoffspeicherung

  • Lebensraum für Gorillas, Bonobos und Waldelefanten

  • stark abhängig von politischer Stabilität der Region

Laut EU-Daten speichern die Torfwälder des Kongobeckens schätzungsweise 30 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Ein Verlust hätte direkte Auswirkungen auf globale Klimaziele.


3. Regenwälder Südostasiens

Diese Region ist fragmentierter, wirtschaftlich stark genutzt und besonders unter Druck.

Wichtige Länder:

  • Indonesien

  • Malaysia

  • Papua-Neuguinea

  • Thailand

  • Vietnam

  • Philippinen

Typische Regenwaldinseln und -regionen:

  • Borneo

  • Sumatra

  • Neuguinea

Hier treffen Regenwald und globale Nachfrage besonders hart aufeinander. Palmöl, Kautschuk, Holz und Bergbau prägen große Flächen.

Praxisnahes Beispiel:
Viele europäische Alltagsprodukte enthalten Palmöl. Der Zusammenhang zwischen Supermarktregal und Regenwaldverlust ist direkter, als oft angenommen.


4. Mittelamerika und der südliche Teil Mexikos

Kleiner in der Fläche, aber biologisch extrem vielfältig.

Länder mit tropischem Regenwald:

  • Costa Rica

  • Panama

  • Nicaragua

  • Honduras

  • Guatemala

  • Südmexiko (Chiapas)

Costa Rica gilt als positives Gegenbeispiel: Durch konsequenten Schutz und Ökotourismus konnte der Waldanteil wieder gesteigert werden. Ein Hinweis darauf, dass Nutzung und Schutz nicht zwingend Gegensätze sind.


5. Australien und Ozeanien

Oft übersehen, aber ökologisch eigenständig.

Regionen:

  • Nordost-Australien (Queensland)

  • Papua-Neuguinea

  • Salomonen

Die Regenwälder hier sind evolutionär sehr alt und beherbergen viele endemische Arten. Gleichzeitig sind sie stark anfällig für Klimaveränderungen und Brände.


Gibt es Regenwälder außerhalb der Tropen?

Ja, wenn auch in anderer Form.

Gemäßigte Regenwälder

Diese finden sich unter anderem:

  • an der Pazifikküste Nordamerikas (Kanada, Alaska)

  • in Chile

  • in Neuseeland

Sie sind kühler, weniger artenreich, aber ebenfalls stark niederschlagsgeprägt. Für die klassische Frage „Welche Gebiete auf der Erde gehören zum Regenwald?“ spielen sie meist eine Nebenrolle, sind aber ökologisch relevant.


Aktuelle Zahlen & globale Einordnung

  • Weltweite Regenwaldfläche: ca. 10 Millionen km²

  • Jährlicher Verlust: rund 10 Millionen Hektar (FAO-Schätzung)

  • Die EU ist nach China einer der größten Importeure von Produkten, die mit Entwaldung in Verbindung stehen

Seit 2023 verpflichtet die EU-Entwaldungsverordnung Unternehmen, nachzuweisen, dass bestimmte Rohstoffe nicht aus illegaler Entwaldung stammen. Ein direkter Bezug zwischen Regenwaldgebieten und europäischer Wirtschaft.


Persönliche Einschätzung

Wer sich mit Regenwaldgebieten beschäftigt, merkt schnell: Es geht nicht um ferne, unberührte Natur, sondern um konkrete Entscheidungen. Konsum, Politik, Landnutzung.

Mich überrascht immer wieder, wie stark unser Alltag mit diesen Regionen verknüpft ist und wie wenig differenziert darüber gesprochen wird. Regenwald ist kein homogener Block, sondern ein Mosaik aus Kulturen, Interessen und ökologischen Funktionen.


FAQ: Häufige Fragen zu Regenwaldgebieten

Welche Länder haben den meisten Regenwald?

Brasilien führt deutlich, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien.

Gibt es Regenwald in Europa?

Nein, zumindest keinen tropischen Regenwald. Es existieren jedoch sehr feuchte Waldökosysteme, etwa Lorbeerwälder auf den Kanaren.

Warum liegen Regenwälder fast immer am Äquator?

Weil dort ganzjährig hohe Sonneneinstrahlung und stabile Niederschlagsmuster herrschen.

Sind alle Regenwälder bedroht?

Fast alle tropischen Regenwälder stehen unter Druck, aber Intensität und Ursachen unterscheiden sich stark je nach Region.

Kann Aufforstung Regenwald ersetzen?

Nein. Sekundärwald erfüllt wichtige Funktionen, erreicht aber nicht die ökologische Komplexität eines ursprünglichen Regenwaldes.


Fazit: Warum die Frage nach den Regenwaldgebieten relevant bleibt

Die Antwort auf „Welche Gebiete auf der Erde gehören zum Regenwald?“ ist mehr als eine geografische Liste. Sie zeigt, wo ökologische Schlüsselräume liegen, wie globale Abhängigkeiten funktionieren und wo politische Entscheidungen besonders weitreichende Folgen haben.

Für Leser mit echtem Interesse lohnt es sich, genauer hinzusehen und regionale Unterschiede zu verstehen. Regenwaldschutz ist kein abstraktes Ideal, sondern ein Zusammenspiel aus Wirtschaft, Umwelt und Verantwortung.

Wichtige Themen:

  • Wie Regenwälder das globale Klima beeinflussen

  • Palmöl, Soja und Rindfleisch: Die wahren Treiber der Entwaldung

  • EU-Entwaldungsverordnung einfach erklärt


Meta-Beschreibung

Welche Gebiete auf der Erde gehören zum Regenwald? Überblick zu Amazonas, Afrika, Asien & Co. Mit Fakten, Zahlen und Einordnung.

Labels/Tags

Regenwald, tropischer Regenwald, Amazonas, Kongobecken, Südostasien, Geografie, Klimaschutz, Biodiversität

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